„Klimawandel begrenzen“ Prof. Dr. Peter Hennicke – Vortrag und Diskussion

Am 07.10.2020 hielt Prof. Dr. Peter Hennicke, ehemals Päsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in der VHS Monheim einen Vortrag zum Thema „Klimawandel begrenzen – Herausforderungen und Strategien für eine post-fossile Entwicklung“.
Ohne Visionen ist unser Planet nicht zu retten“, so die These von Professor Hennicke. Und weiter: „Die Reduzierung der Erderwärmung ist lebenswichtig. Wir verheizen die Zukunft unserer Kinder und Enkel“.
Mahnende Worte von Professor Hennicke, der auf Einladung der Monheimer Europa-Union – im Rahmen des
Programms „Deutsche Ratspräsidentschaft“ der Europa-Union NRW – in der VHS zum Thema „Klimakrise“ referierte. Wenn die Erderwärmung um 3 Grad zunimmt, kommen wir an einen Punkt, der eine irreversible Entwicklung in Gang setzt, die mit einem signifikanten Anstieg des Meerespiegels und der Ausbreitung von Wüstengebieten, den Lebensraum von hunderten von Millionen Menschen zu vernichten droht.

Der Referent, der als Nachfolger von Ernst Ulrich von Weizsäcker von 2000 bis 2008 das Wuppertal Institut leitete und Mitglied des Club of Rome ist, zeigte aber auch Gegensteuerungsmöglichkeiten auf.
Dazu gehören soziale Tipping Elemente also gesellschaftliche Bewegungen die mit geringen äußeren Einflüssen nicht umkehrbare Einflüsse auslösen,
wie z. B.
Bewegungen wie „Fridays for Future“, „Scientists for Future“, Energieeffizienzsteigerungen und Kostenreduzierungen bei Fotovoltaik- und Windanlagen sowie Änderung von Lebenszielen. Energiefressendes Wirtschaftswachstum, so der Referent, ist nicht entscheidend für die Lebenszufriedenheit. Im Gegensatz zum bekannten Zitat von Helmut Schmidt „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ ist der Referent der Ansicht „Ohne Visionen ist der Planet nicht zu retten – Visionen allerdings, die zu konkreten Verhaltensänderungen führen müssen“.
Um eine postfossile Wirtschaft zu realisieren, sind nicht nur nicht nur Politiker gefragt, die Rahmenbedingungen setzen – die Menschen müssen auch erkennen, dass ihre Zukunft auf dem Spiel steht und entsprechend handeln. Die aktuell vom Europaparlament getroffene Entscheidung zur Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 von minus 60% gegenüber 1990 ist ein zwar ein wichtiger Schritt, aus Sicht des Referenten müsste der Rückgang aber 80% betragen um zur Verlangsamung des Erderwärmungsprozesses signifikant beizutragen. Die gegenwärtige Erderwärmung vernichtet Wälder, und damit auch die Biodiversität (Artenvielfalt) und steigert die Gefahr, dass Viren von Tieren auf Menschen überspringen – wie das Coronavirus es uns derzeit vormacht.
In der anschließenden Diskussion – moderiert von Manfred Klein, Vorsitzender der Monheimer Europa-Union – wurde u.a. die Frage nach der Wirksamkeit einer breiten Anwendung der Wasserstofftechnik gestellt. Der Referent bestätigte, dass Wasserstoff mit Blick auf den weltweiten Klimawandel, als saubere, sichere und innovative Energieoption gilt. Energietechnische Systeme, die der Erzeugung, Speicherung, Transport sowie der Nutzung von Wasserstoff dienen, müssen aber noch kontinuierlich weiterentwickelt werden, um Verbesserungen hinsichtlich Energieeffizienz, Robustheit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu erreichen.
Referat und Diskussion zeichneten sich durch Kompetenz und Engagement aus. Wer die Veranstaltung nicht persönlich besuchen konnte, hat die Möglichkeit, die Video-Aufzeichnung unter „www.eu-monheim.de“ aufzurufen.

Von links:
Professor Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertalinstitut i.R.
Manfred Klein, Vorsitzender der Monheimer Europa-Union.

 

 

Eine Videoaufzeichnung des Vortrags und der anschließenden Disussion
finden Sie hier auf  .