Impressionen der Europawoche Portugal

Monheimer Europawochen – ein mittlerweile ein fester Bestandteil im kulturellen Leben unserer Stadt. In diesem Jahr stellte die örtliche Europa-Union in Kooperation mit der VHS, der Stadtverwaltung Monheim sowie weiteren Partnern das Gastland Portugal mit seinen kulturellen, geschichtlichen und touristischen Facetten vor.

Bei der Eröffnung dieser Europawoche am 31. März – gleichzeitig Tag des Frühlingsfestes in Monheim – wurde das Stadtbild geprägt von einem Meer von Frühlingsblumen, von mitreißender portugiesischer Musik der Gruppe Segura-Te und folkloristischen Tänzen der Gruppe Quinas de Portugal,  aber auch vom Duft portugiesischer Spezialitäten u.a. des Hildener Vereins Uniao Portuguesa. Weitere Bilder gibt es  hier.

In seiner Eröffnungsrede stellte der Stv. Bürgermeister Lucas Risse das Tagesprogramm und die einzelnen Aussteller vor. Jose Manuel Carneiro Mendes, portugiesischer Generalkonsul, zeigte sich erfreut über das gute Verhältnis zwischen Portugal und Deutschland, nannte hier beispielhaft die portugiesische Woche in Monheim und mahnte die Einheit Europas an, um im Wettbewerb mit Russland oder den USA bestehen zu können. Manfred Klein, Chef der örtlichen Europa-Union, wies darauf hin, dass Portugal ein Stück gemeinsame Geschichte für Europa geprägt habe und ein lebendiges Beispiel für Europas kulturelle Vielfalt sei. Er sprach sich vehement für die die Stärkung der Europäischen Union, insbesondere auch für die Beibehaltung offener Grenzen in Europa aus.

Am 2. April kredenzte der Sommelier Peter Vikanis seinen Gästen im Küchenstudio des Möbelhauses Seele eine Auswahl portugiesischer Weine und führte mit Anekdoten und landeskundlichen Erläuterungen in die portugiesische Weinkultur ein. Abgerundet wird der Abend durch feine portugiesische Köstlichkeiten, deren frische Zubereitung die Gäste miterleben konnten.

 

Mit seinem Vortrag zum Thema „Zwischen Weltmachtphantasien und Europarealismus – eine historisch-kulturelle Standortbestimmung Portugals“ gab Dr. Sebastião Iken (Universität Köln) den Gästen einen Crashkurs in portugiesischer Geschichte. Sein Ausflug in die Vergangenheit umfasste die islamische Eroberung der Iberischen Halbinsel im Jahr 711, über die Reconquista, der Rückeroberung des Landes durch christliche Nachkommen der Westgoten ab 1037 bis hin zur Entwicklung Portugals im 16. Jahrhundert zum kolonialen Weltreich mit Präsenz in vier Kontinenten Die jüngere Entwicklung des Landes wurde durch zwei politische Ereignisse einschneidend geprägt: Die Nelkenrevolution 1974, die das Ende der Diktatur unter Salazar und das Ende des Kolonialreiches bedeutete, und der EU-Beitritt 1986, der das Land in den Schoß des alten Kontinents zurückführte.

 

Bei der Autorenlesung in der  Bücherstube Rossbach am 4. April 2019 begeisterte die Übersetzerin Marianne Gareis ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit Texten aus dem Werk „Wohin der Wind uns weht“ von Joao Ricardo Pedro. Der Protagonist des Buches – Pianist Duarte – findet vergilbte Briefe seines Großvaters. Aus deren Lektüre entwickelt sich ein drei Generationen umspannendes, ironisches, melancholisches und poetisches Epos, fragmentarisch im Aufbau, – das Erzähltempo reicht von Stakkato bis zum melancholisch langsamen Vortrag. Der Autor webt die in sein Werk die Geschichte Portugals ein – u.a. auch die eindrucksvolle Schilderung der Nelkenrevolution.

Ein vielseitiges und fröhliches deutsch-portugiesisches Programm mit musikalischen und kulturellen Überraschungen und mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Portugal erlebten die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung “Portugal mit allen mit allen Sinnen genießen” am 5. April im Bürgerhaus Baumberg. Moderator Manfred Klein führte durch das Programm, das von der portugiesischen Band „Segura4-Te“ temperamentvoll eingeleitet wurde. Nach gelungenen Auftritten des Männerchors Baumberg und des Frauenchors Baumberg brachten beide Chöre gemeinsam die europäische Aufbruchstimmung zum Ausdruck – bei der Europahymne “Freude schöner Götterfunken“ sangen die Besucherinnen und Besucher begeistert mit.

Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn Gymnasiums – einzige Europaschule in Monheim – verblüfften das Auditorium mit kreativen Vorführungen. Mehrere Teams aus dem Informatikkurs der 8. Klasse präsentierten ihre digitalen Kreationen über Wissenswertes und kulturelle Highlights aus Portugal. Die Informatik-Teams aus der 9. Klasse des OHG zeigten unter dem Titel „Robotugiesisch – Roboter als portugiesische Fußballprofis“ zunächst einen Film über die Entstehung und Bau von Robotern und führten dann dem staunenden Publikum Roboter vor, die reales Verhalten des portugiesischen Fußballstars Ronaldo nachbildeten (Ronaldo-Jubel, Ronaldo-Einwurf). Mit Hilfe von Ultraschallsensoren konnten die Roboter Richtungswechsel vollziehen – Berührungssensoren steuerten die Motoren für die Greifarme. Begeisterter Applaus belohnte diese gelungene Vorstellung.

Das HILGERS-Team servierte im Bürgerhaus kulinarische Spezialitäten und Getränke aus Portugal und beim abschließenden Quiz ging Hans Holz, Mitglied des Baumberger Männerchores als stolzer Sieger hervor. Die Gäste waren sich einig: Ein tolles Programm, ein Abend, der alle Sinne ansprach.

Das Monheimer Publikum nahm in insgesamt 5 Veranstaltungen begeistert das breitgefächerte Angebot zum intensiver Kennenlernen Portugal´s an – das macht den Veranstaltern Mut zur Weiterführung dieses Markenprodukts der Monheimer Europa-Union in Kooperation mit der VHS Monheim.

Am Ende hieß es: „Bye Bye Portugal – wir erleben Dich nach den Erkenntnissen dieser Woche viel intensiver im Urlaub, bei Städtereisen oder sonstigen Besuchen.“ Und welches Land begrüßen wir im nächsten Jahr als Gastland? Manfred Klein hierzu: „Eine spannende Frage. Eines von mehreren Kriterien für die Auswahl ist die Meinung, die wir von vielen Bürgerinnen und Bürgern hierzu erhalten haben. Die Entscheidung hierzu fällt spätestens im Herbst 2019 und wird auf unserer hompage (www.eu-monheim.de) veröffentlicht“.