VHS Monheim, Vortragsreihe „Mehrsprachigkeit“: Spannender Vortrag: „Sprachpolitik und Sprachkonflikt in Belgien“

Datum:   11/12/2017
Uhrzeit: 18:00 - 20:00

Veranstaltungsort: VHS Monheim

Vorherige Anmeldung wird erbeten.
Dass innerhalb eines Staates nur eine Sprache gesprochen wird, ist weltweit gesehen eher die Ausnahme. Die Regel ist das Zusammenleben verschiedener Sprachen und Kulturen in einem Land. Und dies in zahlreichen Fällen äußerst konfliktreich – manchmal bis hin zu terroristischen oder kriegerischen Auseinandersetzungen. Gerade in der jüngsten Vergangenheit erleben wir zudem fast weltweit eine „Rückbesinnung“ auf die eigene „Nation“, die eigene Sprache und Kultur. Und in diesem Zuge auch eine neue Infragestellung übernationaler Bündnisse, wie beispielsweise der EU.

Wie aber funktioniert das Zusammenleben dort, wo es gelungen ist, die schwelenden sprachlich-kulturellen Konflikte durch Kompromisse zu entschärfen? Wie gelingen solche Kompromisse und was macht sie trotz aller weiterhin bestehenden Gegensätze tragfähig? Unter diesem Aspekt wird uns unser Referent unser direktes Nachbarland Belgien vorstellen. Einen Staat, der erst 1830 entstanden ist und quer zu einer Sprach- und Kulturgrenze liegt, und in dem bis heute das Spannungsverhältnis zwischen unterschiedlichen Sprachen und Kulturen fortlebt. Erst in der jüngsten Vergangenheit konnten diese Gegensätze einigermaßen entspannt werden – dies aber gerade auch dank einer Gesetzgebung, die allen drei Sprachgruppen (Wallonen, Flamen und Deutschen) gerecht zu werden versucht. Kann damit Belgien ein Modell für das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen sein? Zugleich wird generell gefragt: wie „funktioniert“ Belgien überhaupt mit seinen gegensätzlichen Regionen und Interessenskonflikten und den daraus erwachsenden instabilen Regierungsverhältnissen? Was können wir vielleicht gerade in der derzeitigen politischen Situation in Deutschland aus dem Beispiel Belgien an Erfahrungen für uns ableiten?

In einer historischen und schließlich auf die aktuelle Situation hin abzielenden Betrachtung versucht unser Referent, auf diese Fragen Antworten zu geben. Eine anschließende Diskussion bietet Raum, gemeinsam das Thema Nation und Nationalismus auch in übergeordneter Perspektive zu betrachten und über mögliche Konfliktlösungen nachzudenken.

 Herr Dr. Philipp Krämer, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin. Sein Spezialgebiet sind Sprach- und Regionalkonflikte in unterschiedlichen Regionen der Welt.

Vorherige Anmeldung wird erbeten.

Lade Karte....